Abschiede und Feiern

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Juli 132007
 
Die letzten beiden Tage war einiges los, vom Kindergeburtstag…
Geburtstag 12.07.2007 … über die Verabschiedung der 4. Klassen an der Fritz-Reuter-Schule…
Verabschiedung Fritz-Reuter-Schule 12.07.2007 … bis zum Rausschmiss aus der Kita Püschenwinkel:
Kita-Rausschmiss 13.07.2007 Ein besonderer Dank geht für sehr schöne drei bzw. vier Jahre an die Lehrer der Fritz-Reuter-Schule sowie das Team der Kita Püschenwinkel.

 Veröffentlicht von am 13. Juli 2007 um 17:32

Online-Durchsuchung: Das passt alles nicht zusammen!

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Juli 132007
 

Die Zeit setzt sich heute unter dem Titel „Der große Spähangriff“ mit der Einführung der Online-Durchsuchung auseinander. Dabei beschreibt Autor Kai Biermann, dass sich SPD und CDU bezüglich der Einführung der Online-Durchsuchung aufeinander zu bewegen. Das ist auch kein Wunder, hat doch die SPD im Haushaltsausschuss mit der Bewilligung der Mittel dem Einbruch in die digitale Privatsphäre faktisch bereits zugestimmt.

Wenn man jedoch die im Artikel enthaltenen Aspekte der Entscheidung zusammen bringt, wird einfach nur deutlich, wie abstrus das alles ist:

„Ich bin der Auffassung, dass Onlinedurchsuchungen nötig sind“, sagte auch der innenpolitische Sprecher der SPD, Dieter Wiefelspütz.

Für Wiefelspütz geht es vor allem darum, für das scheinbar Unvermeidliche sinnvolle und strenge Regeln festzulegen.

Der unbestreitbare Vorteil: Sämtliche Sicherungen und Verschlüsselungen werden damit umgangen. Die Polizei sieht, was der Nutzer auf seinem Schirm sieht und tut – also auch, wenn er Passwörter für geschützte Bereiche eingibt. Nur so, begründet Schäubles Ministerium diesen erheblichen Eingriff in die Grundrechte, könnten terroristische Pläne aufgedeckt werden, bevor eine Bombe hochgehe.

So schreibt der ehemalige Netzwerkadministrator und jetzige Richter Ulf Buermeyer in einer Studie, einen Rechner technisch zu infiltrieren, sei „ausgesprochen komplex“. Die Online-Überwachung sei zwar potenziell ein „scharfes Schwert“. Aber gerade gegen „intelligente Täter – also die eigentlichen ‚Gefährder'“, könne es kaum wirksam geführt werden. Denn die wüssten sich gegen solche Zugriffe zu wehren. Wirksam werden könne das Mittel nur „gegen virtuelle Eierdiebe vom Schlage eines amateurhaft agierenden eBay-Betrügers“.

Daher sagt auch Wiefelspütz, es gehe lediglich darum, „dass wir den vielen Instrumenten des Rechtsstaates bei der Verbrechensbekämpfung ein weiteres hinzufügen.“

Im Justizministerium dagegen will man zuerst einmal wissen, was überhaupt technisch machbar und was von dem Machbaren von den Ermittlern gewollt ist. Erst dann, so eine Sprecherin, könne man eine Rechtsnorm entwickeln.

Indes sträuben sich die Abgeordneten der SPD noch etwas. Sie wollen im Gesetz festgehalten wissen, dass es sich bei der Onlinedurchsuchung um eine „große Ausnahme“ handelt. Es werde, sagte Wiefelspütz, „von interessierter Seite“ der Eindruck erweckt, das Instrument sei unbedingt notwendig, um den Terrorismus besiegen zu können. „Das ist Schwachsinn.“

So, so, es ist also „Schwachsinn„, dass die Online-Durchsuchung unbedingt notwendig sei, um den Terrorismus zu besiegen. Aber wenn man doch bereits zu dieser Erkenntnis gelangt ist, wieso ist man dann noch „der Auffassung, dass Onlinedurchsuchungen nötig sind„? Und warum muss man dann die Hand dafür reichen, das Grundgesetz auszuhöhlen, um die Online-Durchsuchung einführen zu können. Oder will man als „große Ausnahme“ so sechs bis sieben „virtueller Eierdiebe“ pro Jahr damit habhaft werden? Die ganze Diskussion ist erkennbar die intellektuelle Bankrotterklärung der so genannten „Großen Koaltition“.

Hier geht es CDU uns SPD nicht um die Sache, sondern ums Prinzip. Würde es nämlich wirklich um die Sache gehen, müsste man sich ja auch mit den unbequemen Forderungen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) auseinandersetzen. Das Verbiegen der Verfassung ist allerdings deutlich billiger, als die Strafverfolgungsbehörden in die Lage zu versetzen, ihrem Auftrag auch tatsächlich nachkommen zu können. Letzteres hingegen wäre wirkliche Politik.

Nachtrag: Die Gesellschaft für Informatik hat sich ebenfalls kritisch zu Online-Durchsuchung geäußert und eine inhaltliche Nähe dieses Konzepts zu Stasi-Methoden der DDR hergestellt. Hierzu findet sich eine Zusammenfassung im „rabenhorst„. (13.07.2007)

 Veröffentlicht von am 13. Juli 2007 um 08:33
Juli 122007
 

Dass ich von der Positionierung der FDP-Bundestagsabgeordneten Christel Happach-Kasan bezüglich Atomenergie und Gentechnik weniger als wenig halte, habe ich bereits zum Ausdruck gebracht. Die folgende Argumentation aus ihrer heutigen Pressemitteilung allerdings ist so abstrus, dass ich sie als humoristische Einlage niemandem wirklich vorenthalten mag:

Horst Seehofer […] will […] möglichst ganz Deutschland und vor allem Bayern gentechnikfrei halten. Dies ist purer Populismus, widerspricht dem Gebot des Schutzes von Natur und Umwelt und ist eine völlige Missachtung der Interessen des Wissenschaftsstandorts Deutschland.

Genmanipulation zum Schutz von Natur und Umwelt – egal was jemand schluckt, der auf diesen Trip kommt: Weniger davon wäre sicher besser!

 Veröffentlicht von am 12. Juli 2007 um 19:58

Es ist alles schon einmal da gewesen…

 Eckernförde, Politik  Kommentare deaktiviert für Es ist alles schon einmal da gewesen…
Juli 122007
 

Wer geglaubt hatte, die geniale Idee, in Eckernförde die Schulwegsicherung mit 1-Euro-Kräften zu verbessern, hätte die örtliche CDU allein zu Stande gebracht, sieht sich eines besseren belehrt. Es ist alles nur geklaut:

Dank an Jan-Hendrik für den Hinweis.

 Veröffentlicht von am 12. Juli 2007 um 17:18
Juli 122007
 

Mein ganz spezieller Freund Ingo Wolf hat sich die Freiheit genommen, sich über das Vorgehen des Verfassungsministersfeindes Wolfgang Schäuble per Interview in der Süddeutschen Zeitung zu äußern.

Armin „Farlion“ Meier schreibt, dass ihm Wolfs Aussagen ganz gut gefielen, lediglich bezüglich dessen Aussagen zur Online-Durchsuchung sei er ein wenig „zwiegespalten“:

sueddeutsche.de: Herr Wolf, die Vorschläge von Herrn Schäuble haben Sie als verfassungswidrig abgelehnt. Selbst aber haben Sie in ihrem Land die Online-Überwachung von Privatcomputern – auch eine Kernforderung von Schäuble – möglich gemacht. Wie passt das zusammen?

Ingo Wolf: Sie haben bei der Online-Überwachung hoffentlich die feine Differenzierung wahrgenommen: Wir geben nicht der Polizei die Befugnis, sondern dem Verfassungsschutz. Das war deswegen nötig, weil der Verfassungsschutz zum einen andere Aufgaben als die Polizei hat und zum anderen nicht über die Möglichkeiten verfügt, die die Strafprozessordnung der Polizei gibt.

sueddeutsche.de: In Ihrer Partei ist das dennoch umstritten.

Wolf: Das ist richtig. Aber unsere Regelung entspricht geltendem Recht. Im Gegensatz zu manchen Vorschlägen von Herrn Schäuble.

Meiner Meinung ist diese Beurteilung des Interviews viel zu milde. Leute wie Ingo Wolf leisten dem Abbau von Bürgerrechten Vorschub. Dabei es ist wohl völlig unerheblich, ob Polizei oder Verfassungsschutz versuchen, unerkannt in den persönlichen Bereich einzudringen und dort Daten zu erschnüffeln. Und die Behauptung, dass die Regelung in NRW geltendem Recht entspricht, halte ich für reichlich mutig. Wäre dem so, hätte es die Klage unter anderem von Gerhard Baum gegen dieses Gesetz nicht gegeben. Ich bin guter Dinge, dass das Bundesverfassungsgericht den Klägern Recht gibt und Herrn Wolf nach dem eigenem Landesverband die nächste Ohrfeige verpasst.

 Veröffentlicht von am 12. Juli 2007 um 11:15