Dez 052010
 

Gestern Abend hat sich ein junger Mann bei „Wetten dass…?“ offenkundig überschätzt und bei seiner Wette schwer verletzt. Das ist tragisch und für ihn und seine Familie sicherlich eine schreckliche Angelegenheit. Dem jungen Mann gebührt deshalb unser Mitgefühl – auch wenn er sich eigenverantwortlich dafür entschieden hat, das entsprechende Risiko für seine 15 Minuten Ruhm einzugehen.

Dieses Mitgefühl ist aber nicht gleichzusetzen mit dem, was die Journaille daraus macht. Egal ob privat oder öffentlich-rechtlich: Den ganzen Tag wird über den Gesundheitszustand berichtet, in hektischer Betriebsamkeit wird um Hintergrundinformationen gekämpft. In den Nachrichten steht das Thema ganz am Beginn. Doch welche Relevanz besitzt dieses Thema gesellschaftlich? Zumindest keines, das diese Aufmerksamkeit verdient. In den sozialen Netzwerken stellt sich die Situation kaum vorteilhafter dar. Weiterlesen »

Okt 292010
 

Die Eckernförder Zeitung bringt in regelmäßigen Abständen eine Jugendseite heraus. Junge Menschen schreiben hier für ihre Generation. Heute war unter der Überschrift „Die Schüler sind wichtiger als Geld“ das achtjährige Gymnasium (G8) Thema. Wenig erstaunlich dabei: Unter den befragten Schülern der Jungmannschule fand sich nicht einer, der für G8 votierte. Vielmehr wiesen alle auf die Nachteile der Verkürzung hin und forderten mehr oder weniger deutlich zumindest die Möglichkeit, optional das Abitur in 9 Jahren erwerben zu können.

Ich habe zwar wenig Hoffnung, aber vielleicht wäre die Meinung der Betroffenen doch einmal Grund genug, darüber nachzudenken, was man aus ideologischen Gründen mit dem Leben und der Zukunft junger Menschen anzustellen bereit ist. Es wäre an der Zeit, dass man auch den Menschen, die der Idee der Gemeinschaftsschule nicht anhängen, die Gelegenheit einräumt, ihre Kinder angemessen ausbilden zu lassen und sie nicht zur politischen Manövriermasse degradiert.

Einwohnerversammlung als nächster Schritt für die Hafenspitze [Update]

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Okt 282010
 

Am gestrigen Abend fand in Eckernförde die diesjährige Einwohnerversammlung statt. Vorgestellt wurden die beiden großen Projekte zur Stadtentwicklung an der Hafenspitze und am Hafenkopf/Noordurchstich. Die meisten Besucher waren mit Sicherheit wegen der Entwicklung an der Hafenspitze gekommen, da hier konkrete Beschlüsse zur Umsetzung anstehen. In der Ratsversammlung war bereits am 30. August die Beteiligung der Behörden und öffentliche Auslegung beschlossen worden. Da sowohl in der vorangegangenen – und leider wie immer nichtöffentlichen – Sitzung des Hauptausschusses als auch in der Ratsversammlung vor allem aus der SPD-Fraktion noch Bedenken vorgetragen wurden, fand der Beschluss lediglich eine Mehrheit von 20:11 Stimmen.

Angesichts dieser Stimmungslage und der besonderen Bedeutung dieser Entwicklung für die Stadt hatte die FDP-Fraktion die Durchführung einer Einwohnerversammlung beantragt, weil eine breite Zustimmung in der Einwohnerschaft für dieses Projekt unabdingbar ist. Eine Pressemitteilung des Altstadtvereins am Vortag der Veranstaltung ließ dann allerdings eine unentspannte Diskussion erwarten. Der Verein mutmaßte, die Offenheit der Stadt sei nur vorgetäuscht und das Projekt bereits festgezurrt, da die Frist für Eingaben an die Stadt bereits vor der Einwohnerversammlung abgelaufen sei. Weiterlesen »

Stenkelfeld Reloaded: Empööööörend!

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Feb 132010
 

Vorgestern veröffentlichte Guido Westerwelle unter dem Titel „An die deutsche Mittelschicht denkt niemand“ einen Gastkommentar zum Thema Hartz IV bei Welt Online. Ein Sturm der Entrüstung brach los. Linke, Grüne, SPD und Gewerkschaften bekamen sich vor Empörung überhaupt nicht wieder ein. Bis sich am Freitag die ersten Stimmen in dieses rituelle Skandalisierungsgeschrei mischten, die dem FDP-Parteivorsitzenden in der Sache zustimmten. Was hat der Vizekanzler gesagt und war es tatsächlich skandalös? Zeit für eine Nachbetrachtung.

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Erst nachdenken und dann…

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Sep 012009
 

Es gibt Dinge, die sind ärgerlich. Und dann gibt es Dinge, die sind ärgerlich und überflüssig. In die letzte Kategorie fallen die Äußerungen von Wolfgang Kubicki, unseres FDP-Spitzenkandidaten bei der schleswig-holsteinischen Landtagswahl 2009, zur Finanzierung des Steuerkonzepts der FDP. Ärgerlich sind die Aussagen, weil sie absehbar wieder dazu genutzt werden, den Liberalen das Image einer unsozialen, kaltherzigen Partei der Besserverdienenden anzuhängen. Das müsste man akzeptieren, wenn Kubickis Aussagen wenigstens der Programmlage der FDP entsprächen. Überflüssig sind seine Aussagen aber genau deshalb, weil sie nicht Gegenstand liberaler Programmatik sind.

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